Schülerpartizipation

 

Schülerpartizipation ist kein punktuell einmalig greifendes Prinzip der Unterrichts- und Schulgestaltung, sondern ein handlungsorientierter Gestaltungsprozess in allen Bereichen des Schullebens. Sie ist völkerrechtlich verbundenes Grundrecht (UN-Kinderkonvention 1992).

 

Schülerpartizipation ist ein Bestandteil der Erziehungs- und Bildungsarbeit, denn sie ist ein wichtiges Element im Sozialisationsprozess von Kindern und Jugendlichen.

 

Ein wichtiges Leitbild für das Funktionieren von demokratischen Prozessen ist die freie Meinungsäußerung und damit verbunden ein offenes und wertschätzendes Schulklima.

 

Konkrete Umsetzung:

 

Klassensprecherwahlen und Klassenvertretungsstunde

Im ersten und zweiten Schuljahr bestimmen die KlassenlehrerInnen zwei SchülerInnen, die die Klassenvertretungsstunde besuchen. Die KlassenlehrerInnen der dritten und vierten Klassen wählen zweimal jährlich eine Klassensprecherin/einen Klassensprecherin. Diese beiden Kinder erhalten neben den konkret festgelegten Aufgaben in der Klasse die Aufgabe, das Schülerparlament zu besuchen und aktiv mitzuarbeiten.

In regelmäßigen Abständen (mindestens einmal zwischen den Ferien und zusätzliche Sitzungen bei Bedarf) finden Klassenvertretungsstunden statt. Mindestens eine Woche vorher erhalten die Klassen eine Einladung mit den Themen.

Vor dieser Stunde werden im Klassenunterricht weitere Themen und Anliegen formuliert und die beiden SprecherInnen werden beauftragt, ihr Statement und ihre Anliegen zu vertreten. Außerdem erhalten sie die Aufgabe, die Ergebnisse zu protokollieren und anschließend der Klasse wieder mitzuteilen.

Im Schuljahr 2016/17 hat die Klassenvertretungsstunde am Wettbewerb „Spielen macht Schule“ teilgenommen und gewonnen. Dabei evaluierten die TeilnehmerInnen die Spielsituation in der Schule, fertigten eine Bewerbungsmappe mit einer Fotodokumentation an und suchten geeignete Spiele aus.

 

 

Beratung in der Schulsozialarbeit als Anlass zur aktiven Mitgestaltung des Schullebens

In den Beratungsstunden der Schulsozialarbeit finden die Kinder nicht nur die Möglichkeit, sich selber beraten zu lassen, sondern auch die Möglichkeit, selbstständig Lösungen zu erarbeiten (s. Konzept Schulsozialarbeit).

 

 

Bühlbuschstunde

In der regelmäßig stattfindenden Bühlbuschstunde haben die SchülerInnen die Möglichkeit, ihre Projekte und Ergebnisse aus dem Unterricht vorzustellen. Außerdem werden hier sämtliche innerschulischen und außerschulischen Erfolge bei Wettbewerben o.ä. öffentlich belobigt.

 

Schülerzeitung „Tintenklecks“

In der Schülerzeitung „Tintenklecks“, die zweimal jährlich erscheint, wird unsere Schule von SchülerInnen dargestellt und beschrieben. Hier stellen SchülerInnen die Schule und ihre Aktivitäten aus ihrer Sicht vor.

 

 

Lernziele und Verankerung im Unterricht

Die Kinder lernen, sich über die organisatorischen Abläufe ihrer Schule, über den täglichen Umgang miteinander und über ihr Verhalten im Schulalltag Gedanken zu machen. In der Klasse lernen alle zu diskutieren, zu argumentieren und Mehrheiten zu akzeptieren (soziales Lernen).

Im Rahmen des Sachunterrichts lernen sie „Verl“  kennen und das eigene Lebensumfeld wird als erstes demokratisches Feld der Mitbestimmung erkundet. Ein demokratisches Grundverständnis wird angebahnt. Sie sollen sich einmischen und lernen, dass es Strukturen z.B. auch in der Verwaltung gibt (z.B. Antrag bei Förderverein, Schulleitung oder beim Träger stellen zur Finanzierung von Materialien).

Bezug zu den Richtlinien Sachunterricht:

3.3 Raum, Umwelt und Mobilität: erkunden Schulwege und Schulumgebung

3.4 Mensch und Gemeinschaft:

- Zusammenleben in der Klasse, in der Schule und in der Familie

- Aufgaben des Gemeinwesens (3./4. Schuljahr)

3.5. Zeit und Kultur:

- gestalten gemeinsam Feiern und Feste (Zeiteinteilungen und Zeiträume)

- Ich und andere                                        

 

 

Verknüpfung zu anderen Konzepten

 

Siehe GL, soziales Lernen, Wettbewerbe, Schulsozialarbeit, Zusammenarbeit mit dem Förderverein / dem Träger (z.B. bei konkreten Anliegen, die gefördert werden müssen)

 

                       

Ideen für die Weiterentwicklung

  • Im Rahmen des Arbeitskreises GL sollte überlegt werden, in wie weit Patenkonzepte im Bereich „selbstständiges Lernen“ arrangiert werden können (Schuljahr 2017/18).
  • Unterrichtsentwicklung: Um SchülerInnen als Koproduzenten ihres Bildungsprozesses ernst zu nehmen, möchten wir Möglichkeiten zur Reflexion des Unterrichts und des Lernens entwickeln (Schuljahr 2018/19).
  • „Grenzachtende Schulkultur“: Mitbestimmung bei der Erneuerung von Grenzen, Regeln und Konsequenzen (ab Schuljahr 2017/18).

 

Evaluation

 

Die Wahl der Klassensprecher und die Klassenvertretungsstunde sollen weiterhin bestehen bleiben und haben sich als wichtiges Werkzeug zur Demokratieerziehung erwiesen. Eine Evaluierung findet nur bei einem festgestellten Bedarf statt. Auch die Beratungsstunde und die daraus resultierenden Ergebnisse werden weiter fortgeführt.

Evaluiert sollte das Konzept zu „Grenzen, Regeln und Konsequenzen“. Hierbei sollten folgende Leitfragen im Bereich Schülerpartizipation beachtet werden:

  • An welchen Stellen können unsere Grundschulkinder mitarbeiten? Welche Regeln und Konsequenzen können sie selber formulieren und gestalten, welche Konsequenzen sind einsehbar, kindgerecht und durchführbar?

 

Verantwortlich 

Schulleitung (Steuerung), Schulsozialarbeit, Sozialpädagoge, MpT (noch zu bilden) zur „Schulkultur und Grenzachtung“

 

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